Prof. Dr. Hill

Update

17.10.2011 

 Musik

Musik kann in der kulturellen Bildung und in der sozialen Arbeit mit Menschen jeden Alters eingesetzt werden, um Menschen zu aktivieren, um Selbsterfahrung und Gruppenerlebnisse zu ermöglichen, um soziales Leben zu gestalten, um Ausdrucksfähigkeiten zu stärken usw.

In der kulturellen Bildung können in der Regel zwar keine virtuosen Instrumentalisten herangebildet werden. Aber Musik kann ohne Leistungsdruck so eingesetzt werden, dass bestehende Schwellenängste abgebaut und negative Erfahrungen überwunden werden. Mir geht es um musikalisches Lernen mit Spaß, um Gruppenprozesse mit einem anspruchsvollen Medium, das die Teilnehmer entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten einbindet, und um die Förderung und Entwicklung von Menschen jeden Alters. In langjährigen Forschungen und im Kontakt mit Musikern aus unterschiedlichsten Bereichen wurden die oben genannten Effekte inzwischen stichhaltig nachgewiesen. Besonders Formen der populären Musik, die mit den Lebenswelten der Menschen korrespondieren, eignen sich dafür. 

Mein Lehrbuch “Musikwerkstatt Trommeln” zeigt ein Konzept für die Arbeit mit größeren Percussionsgruppen. Die CD Sankofa (Bestellung per Mail) mit TrommlerInnen aus Neubrandenburg präsentiert afrikanische und lateinamerikanische Rhytmen. Menschen mit unterschiedlichen musikalischen Fertigkeiten können auf diese Weise wirkungsvoll zusammen musizieren.

In dem Lehrbuch “Musik in der Arbeit mit Jugendlichen” (s. Literaturliste) sind unterschiedliche Arbeitsfelder, Methoden und theoretische Zugänge dokumentiert. Das Praxisfeld reicht demnach von der sozialpädagogischen Gruppenarbeit über die kulturelle Bildung bis an die Grenzen der Muiktherapie.

Als Schlagzeuger und Perkussionist habe ich während mehr als 35 Bühnenjahren in zahlreichen Bands und Konzerten viele Erfahrungen sammeln können. Zuletzt arbeitete ich mit der Münchner Postrock- und Avantgardeband  “majmoon” an komplexen Soundcollagen mit meditativen und eruptiven Klängen mit ungeraden Metren und rein instrumentalen Klängen. Während ca. 50 Live-Shows in 16 Monaten, darunter eine Tour durch Holland und eine weitere durch Kroatien, wurde die  CD “Shimponauts Journey” vorgestellt. Die Musik wurde durch Projektionen von “doublevisions” unterstützt, die eine psychedelische Wirkung unterstrichen. Leider konnte ich als Hochschullehrer die Zeit für eine international und professionell ambitionierte Band nicht in ausreichendem Maße aufbringen und habe die Band auf eigenen Wunsch 2006 verlassen. Diese künstlerisch ambitionierten Erfahrungen sind wichtig dafür, den pädagogischen Einsatz von Musik realistisch und adäquat steuern zu können.

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